Bevölkerung im Stadtbezirk Pieschen wächst um 5.000 Einwohner bis 2025 – in ganz Dresden bis 2035 auf 595.000

Die Bevölkerung im Stadtbezirk Pieschen wird bis 2025 um knapp 5.000 Einwohner zunehmen und dann bei 58.600 liegen. In der Leipziger Vorstadt entlang der Leipziger Straße rechnen die Statistikexperten mit einem Zuwachs von 10 Prozent auf 14.000 Einwohner. Mehr Geburten als Todesfälle, die gestiegene Lebenserwartung bei Frauen und Männern und Zuzüge von außerhalb sind dafür die Ursachen. Bei den Zuzügen würden geplante Unternehmensansiedlungen eine wichtige Rolle spielen.

Die Stadt und privaten Investoren reagieren schon lange auf die positiven Bevölkerungsprognosen. Davon zeugt die Bautätigkeit in den Stadtteilen des Stadtbezirkes Pieschen. Rund 4.600 Menschen werden im Prognosezeitraum in neugebaute Wohnungen einziehen. Die meisten neuen Quartiere, nämlich rund 3.800, entstehen in Mickten. Dort haben dieses Jahr die Bauarbeiten für ein neues großes Wohnquartier begonnen. Aber auch an anderen Standorten wie dem Markus-Quartier, in der Rankestraße oder an der Kötzschenbroder Straße sind neue Wohnungen entstanden oder in Planung. Entstanden oder im Bau sind ebenso Kindertagesstätten und Schulen. Die Drewag will viele der neuen Standorte an ihr Fernwärmenetz anschließen und investiert mehr als 21 Millionen Euro in den Bau neuer Leitungen.

Trachau soll nach Angaben der Kommunalstatistiker der einzige Stadtteil im Stadtbezirk Pieschen sein, in dem mit einem Rückgang der Bevölkerung zu rechnen sei. Hier wird sich die Einwohnerzahl bis 2025 um etwa 150 auf 10.1000 reduzieren.

bevölkerungsprognose pieschen 2025

Bevölkerungsprognose für die Stadtteile im Stadtbezirk Pieschen und die Leipziger Vorstadt. Grafik: W. Schenk

Dresden wächst auf 595.000 Einwohner bis 2035

Während Vorhersagen auf Stadtteilebene nur bis 2025 getroffen werden können, kann die kommunale Statistikstelle für die gesamte Stadt eine Bevölkerungsprognose bis 2035 vorlegen. „Nach den Berechnungen, die bis zum Jahr 2035 reichen, wird die Einwohnerzahl Dresdens von rund 558.000 Einwohnern Ende Juni 2018 auf etwa 595.000 Einwohner im Sommer 2035 steigen. Die Bevölkerung in Dresden würde demnach in den kommenden 17 Jahren um etwa 37.000 Personen oder 6,7 Prozent wachsen“, erklärte der Erste Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) bei der Präsentation der Zahlen.

Ausgangspunkt der neuen Bevölkerungsprognose sei der Bevölkerungsstand zum 30. Juni 2018 nach dem Einwohnermelderegister der Stadt, erläuterte Lioba Buscher, Leiterin der Kommunalen Statistikstelle. Die Ergebnisse der Prognose werden als Grundlage für zahlreiche Fachplanungen und Konzepte der Stadtverwaltung, insbesondere der Kindertagesstätten- und Schulnetzplanung genutzt.

Altergruppen wachsen unterschiedlich

Für die einzelnen Altersgruppen erwarten die Statistiker auf Stadtebene sehr unterschiedliche Entwicklungen. Starke Zuwächse seien bei Kindern im schulpflichtigen Alter, bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren und jungen Erwachsenen zu erwarten. Ursache dafür sei der deutliche Anstieg der Geburten in den vergangenen Jahren nach dem dramatischen Geburteneinbruch Anfang der 1990er Jahre. Aus diesem Grund betreffe die Zunahme zeitversetzt die älteren Jahrgänge. Leicht rückläufig werde dagegen die Zahl der unter 6-jährigen Kinder sein, sie nehme bis 2030 um etwa fünf Prozent ab. Nach 2030 sei jedoch wieder mit einem moderaten Anstieg zu rechnen, erklärte Holger Oertel, Gruppenleiter Bevölkerung und Stadtgebiet in der Kommunalen Statistikstelle, das vorgelegte Zahlenwerk. Das Maximum der 3-Jährigen werde 2019 und das der 6-Jährigen 2022 erreicht. Anders als in vielen Städten und Regionen der neuen Bundesländer werde der Prognose nach auch die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) zunehmen und zwar um etwa 22.400 oder sechs Prozent bis 2035.

Eine weitere Tendenz zeichnen die Statistikexperten für die ältere Bevölkerung der Stadt auf, wobei die Entwicklung aufgrund unterschiedlich stark besetzter Jahrgänge teilweise entgegengesetzt sei.

  • 65- bis 74-Jährige: Plus 20 Prozent, oder 10.600 Personen
  • 75- bis 84-Jährigen: Minus 14 Prozent, oder 7.100 Personen
  • 85-Jährige und älter: Plus 53 Prozent, oder 8.400 Personen

Dennoch bleibe Dresden eine „junge Stadt“, betonte Sittel. Das Durchschnittsalter werde sich im Prognosezeitraum aufgrund des gleichzeitigen Zuwachses jüngerer und älterer Altersgruppen im Vergleich zu heute nur wenig verändern. Es steigt geringfügig von 43 auf 43,3 Jahre.

Entwicklung in den Stadtteilen

Für die Stadtteile und Stadtbezirke zeigen die Zahlen sehr unterschiedliche Entwicklungen. Wegen der hohen Bautätigkeit nimmt die Einwohnerzahl in der Innenstadt und in den innenstadtnahen Stadtteilen bis 2025 weiter stark zu.

  • Innere Altstadt: plus 59 Prozent
  • Albertstadt: plus 53 Prozent
  • Mickten: plus 30 Prozent
  • Pirnaische Vorstadt: plus 25 Prozent

Gleichzeitig verzeichnen einige Stadtteile hohe Rückgänge bei den Einwohnerzahlen.

  • Gorbitz-Ost: minus 3 Prozent auf 6.100
  • Johannstadt-Süd: minus 2 Prozent auf 12.000
  • Prohlis-Süd: minus 2 Prozent auf 8.400

Weitere Fakten aus der Prognose

  • Geburten pro Frau: von 1,54 Kinder auf 1,6 bis 2030
  • Lebenserwartung bei Frauen: steigt bis 2035 auf 86,9 Jahre (plus 1,9 Jahre)
  • Lebenserwartung bei Männern: steigt bis 2035 auf knapp 81,6 Jahre (plus 2,2 Jahre)
  • Zahl der Geborenen: sinkt von gegenwärtig etwa 6.300 auf knapp 6.000 im Jahr 2025, stagniert dann um ab 2030 wieder auf das heutige Niveau zu steigen.
  • Zahl der Gestorbenen: steigt bis 2026 auf fast 6.000 pro Jahr und stagniert dann
  • Saldo Gestorbene / Geborenen wäre von 2024 bis 2029 weitgehend ausgeglichen. Danach erneut nennenswerter Geburtenüberschuss.

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