150 Helferinnen und Helfer bei Elbwiesenreinigung in Pieschen

Als heute morgen die ersten Handschuhe und Müllbeutel verteilt wurden, zeigt das Thermometer so etwa 5 Grad Celsius. Dennoch sind rund 150 Müllsammler an die Treffpunkte Kötzschenbroder Straße/Herbststraße und Moritzburger Straße/Elberadweg gekommen. Auch vor dem Eselnest wird gesammelt. „Wir sind mit etwa zehn Leuten im Einsatz, viele davon Kinder“, sagt Sozialpädagoge Philipp Kern. Der Verein nutze die Koppeln an der Elbe. Wenn die Esel draußen sind, würde jeden Tag der Müll gesammelt. „Ich bin jetzt zum sechsten Mal dabei“, sagt Michaela und da klingt schon ein bisschen Stolz mit in der Stimme. Die 14-jährige ist in ihrer Freizeit oft im Eselnest – beim Reiten, Bauen, im Tanzprojekt oder beim Gitarrenunterricht. Viktoria ist heute zum ersten Mal dabei. Was haben sie so gefunden? „An einer Bank haben wir mühsam die festgetretenen Kronkorken rausgepult“, erzählt die 13-Jährige.

An der Böschung zum Pieschener Hafen ist Florence Scharfe unterwegs. Einige Müllbeutel stehen schon auf dem Weg. Und sie schimpft. „Ich verstehe nicht, warum die Leute das alles wegwerfen. Wir haben einen alten Klodeckel gefunden, leere Bierflaschen und viele Scherben.“ Und etliche Feuchttücher. Eltern, die mit Kindern unterwegs sind, entsorgen die Tücher einfach in den Büschen. Und die Pinkler von den vielen Grillparties im Sommer seien auch nicht besser. „Da sollte das Ordnungsamt mal kontrollieren und auch Strafen verhängen“, findet sie. Dann muss sie Isabel helfen. Die Elfjährige war beim Müllsammeln bis ganz unten ans Wasser geklettert und brauchte jetzt Hilfe, um mit dem Müllsack die steile Böschung wieder hinaufzukraxeln.

Elbwiesenreinigung

Michaela (r.) ist bereits zum sechsten Mal dabei – für Viktoria war heute Premiere. Foto: W. Schenk

In der Nähe vom Uferkran in Übigau beteiligt sich die Initiative „Wir lieben Elbe“ an der Elbwiesenreinigung. „Wir sind heute zu viert und haben uns das Revier zwischen Lindenschänke und Flügelwegbrücke vorgenommen“, sagt Heike Brauer. Mit dabei ist Mischling Stromi. Die Umweltaktivisten sind regelmäßig, etwa alle zwei Wochen, im Einsatz. Zuletzt seien sie in den Pieschener Melodien gewesen und haben bei der Müllsammelaktion auf den Hufewiesen mitgeholfen.

Alexander Kalbitz hat in der Flutrinne gesammelt. Drei Müllsäcke seien voll geworden. Jetzt gönnt er sich eine Bratwurst in der Lindenschänke. Die Wirtsleute unterstützen, wie auch das Brauhaus Watzke die Müllsammler auf den Elbwiesen mit einem heißen Imbiss.

Etwa 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien in diesem Jahr dem Aufruf zur Elbwiesenreinigung gefolgt – etwa 200 mehr als im vergangenen Jahr, teilte das Rathaus mit. 10,5 Tonnen Abfälle und Schwemmgut wurden auf den Wiesen beiderseits der Elbe gesammelt. Grill- und Picknickreste, ganze (Einweg-)Grills, Portmonees, ein Fahrrad und diverses Schwemmgut gehörten dazu. Die meisten Abfälle sind noch heute abgeholt worden, der Rest werde Anfang nächster Woche beräumt.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) bedankte sich bei den vielen Engagierten. „Damit dieser gepflegte Zustand auch während der kommenden schönen Frühlings- und Sommermonate so bleibt, ist es wichtig, dass jeder von uns seinen unterwegs anfallenden Müll entweder mit nach Hause nimmt oder in einem Papierkorb entsorgt. Er sollte nirgendwo achtlos liegengelassen werden“, so ihr Appell an alle Elbwiesennutzer.

Seit 1996 organisiert das Amt für Stadtgrüne und Abfallwirtschaft die Elbwiesenreinigung. Sie bildet den Abschluss des alljährlichen Dresdner Frühjahrsputzes „Sauber ist schöner!“ und ist Teil der europaweiten Initiative „Let’s clean up Europe“.

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