Workshop zum Hochwasserschutz – Mauern quer durchs Gelände sind nicht erwünscht

Schutzmauern quer durch die Kleingartenanlagen soll es nicht geben. Darüber herrschte beim Workshop über die strittigen Abschnitte der künftigen Hochwasserschutzlinie zwischen Marienbrücke und Molenbrücke Einigkeit. „In unserer Anlage ‚Am Hafen‘ würden etwa 15 der 48 Kleingärten für eine solche Trasse samt Mauer weichen  müssen“, sagt Rosemarie Rauhut. Sie ist langjährige Vereinsvorsitzende und Mitglied im Stadtvorstand der Kleingärtner. Nach dem Hochwasser 2013 habe man alles neu gemacht. Vieles davon wäre dann hinfällig. „Das geht nicht“, stellt sie klar. Die Kleingärtner bestehen nicht auf dem Hochwasserschutz für ihre Anlagen. Wenn die Mauer an der Leipziger Straße etwas höher würde, um auch als Schallschutz zu dienen, wäre das optimal. Ähnliche Argumente gab es für die Anlagen „An der Fähre“, „Am Erfurter Platz“ und „Elbperle“.

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Arbeitsatmosphäre: SPD-Stadtrat Stefan Engel, Katrin Bellmann vom Umweltamt, Gerald Risse vom Eigenbetrieb Sportstätten und Moderatorin Sigrid Böttcher-Steeb (v.l.n.r.). Foto: W. Schenk

Auch die Verantwortlichen des Eigenbetriebes Sportstätten und des Sportvereins TSV Rotation Dresden 1990 wünschen sich keine Hochwasserschutzmauer, die quer über das Vereinsgelände verläuft. Mit ihrer Höhe von etwa 75 Zentimetern würde sie Vereinsgebäude und die Sportplätze voneinander trennen. Ohne mehrere breitere Durchgänge wäre das gar nicht möglich. Gerald Risse vom Eigenbetrieb Sportstätten hat da eine klare Position. Eine Studie sieht zudem vor, dass der Verein einen weiteren Trainingsplatz bekommt. Dafür müsste der Rasenplatz verschoben und der Hartplatz um 90 Grad gedreht werden. Es gebe zwar noch keine konkrete Bauplanung, aber der Bedarf und die Perspektive seien klar.

Hochwasserschutz Workshop AG 3

Frank Frenzel (r.) vom Umweltamt in der Runde der Kleingärtner und Anlieger der Moritzburger Straße. Foto: W. Schenk

Die Hausbesitzer entlang der Moritzburger Straße sind bei der Festlegung der „Vorzugsvariante“ nicht gut weggekommen. Für ihre Grundstücke war bisher kein Schutz vorgesehen. Das möchten sie gern ändern und fanden dafür auch Verständnis. Wäre das auf der anderen Straßenseite liegende Wasser- und Schifffahrtsamt an einem Schutz für sein Bürogebäude und die Anlagen interessiert, würde das ihr Anliegen sicher befördern. Doch eine Vertreterin des Amtes hatte klargestellt, dass für die Einrichtungen kein Hochwasserschutz benötigt würde. Dann würde die Schutzmauer entweder entlang der Moritzburger Straße oder zwischen den Grundstücken und dem Sportverein verlaufen.

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Akribisch vorbereitet: Planungsvarianten, Visualisierungen, Stifte und Zettel lagen für die Gruppendiskussion bereit. Foto: W.Schenk

Jens-Olaf Seifert vom Dresdner Umweltamt und sein Team hatten die Workshops akribisch vorbereitet. Die knapp 30 Teilnehmer, die sich am Sonnabend im Gymnasium Pieschen eingefunden hatten, verteilten sich nach einer Einführungsrunde auf drei Räume. Dort fanden sie die ausgedruckten Lagepläne des geplanten Flutschutzes mit seinen verschiedenen Verläufen, verschiedene Visualisierung oder auch Zettel mit den Hinweisen aus den vorangegangenen Veranstaltungen. Das Moderatorenteam um Sigrid Böttcher-Steeb sorgte für einen reibungslosen Ablauf und wird die Ergebnisse Veranstaltung so aufbereiten, dass sie unverfälscht allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden können. Das soll noch vor dem 30. Januar geschehen, wenn die Ergebnisse der bisherigen Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung präsentiert werden.

„Ein drittes Hochwasser wollen wir nicht erleben“, sagte einer der Teilnehmer zu Beginn. Der Hochwasserschutz, über den jetzt diskutiert wird, könnte in etwa zehn Jahren fertiggestellt sein. Sollte es vorher ein weiteres Hochwasser geben, müssen vielleicht manche der heute geäußerten Ideen noch einmal auf den Prüfstand.

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