Corona-Ampel für Dresden: Grün – Hellgrün – Gelb – Orange – Rot

Dresden hat künftig eine Corona-Ampel. Sie stellt die Covid-19-Neuinfektionen in fünf Farbstufen dar und wird täglich vom Gesundheitsamt aktualisiert. „Anhand der neuen Corona-Ampel kann sich jeder einen tagaktuellen Überblick verschaffen. Das ist mir ein persönliches Anliegen. Transparenz und Aktualität sind wichtig, damit alle Menschen in unserer Stadt frühzeitig informiert sind und sich auf die Situation und notwendige Schutzmaßnahmen einstellen können“, erklärt Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke).

Nach der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung müssen Landkreise und kreisfreie Städte selbstständig Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus einzudämmen. Dabei gilt: Bei mehr als 50 neuen Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Bis dieser Fall eintritt, hat die Stadtverwaltung vier Vorstufen festgelegt:

GRÜN – Stufe 1: bis zu 20 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Bezogen auf die Einwohnerzahl Dresdens – 562.132 (Stand 31. März 2020) würde die Stufe für bis zu 112 Neuinfektionen innerhalb einer Woche greifen. Das Gesundheitsamt wird in diesem Fall die positiv Getesteten konsequent absondern und nach den Leitlinien des Robert-Koch-Instituts mögliche Kontaktpersonen ermitteln.

HELLGRÜN – Stufe 2: Die sogenannte „Phase des Wachstums“ betrifft 21 bis 25 Neuinfektionen, umgerechnet 118 bis 141 Infektionen innerhalb von sieben Tagen im Stadtgebiet. Neben den schon bekannten Quarantänemaßnahmen und der Kontaktpersonenermittlung muss eine genaue Analyse stattfinden, in welchen Institutionen und Zusammenhängen häufige Ansteckungen stattgefunden haben. Auf dieser Grundlage werden gezielt Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet.

GELB – Stufe 3: Die Phase der „erhöhten Wachsamkeit“ betrifft 26 bis 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner beziehungsweise 146 bis 197 positiv getestete Dresdner innerhalb von sieben Tagen. Es können Kontaktbeschränkungen und Verhaltensmaßnahmen im öffentlichen Raum angeordnet werden: Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im gesamten öffentlichen Raum, ausgenommen Aktivitäten unter freiem Himmel, Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Versammlungen im Sinne des Versammlungsgesetzes unter freiem Himmel sowie bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Trauungen.

ORANGE – Stufe 4: Die Phase der „Schadensbegrenzung“ ist bei 36 bis 49 Neuinfektionen definiert. Für Dresden sind das innerhalb des definierten Zeitraums 202 bis 275 Infektionen. Maßnahmen wie die vom 20. April 2020 können verordnet werden. Das betrifft beispielsweise Einschränkungen für Gemeinschaftseinrichtungen, Begegnungsangebote, Gastronomie, Hotels, Kinos, Theater und Fitnessstudios.

ROT – Stufe 5: Bei 50 und mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner, in Dresden über 281 nachgewiesene COVID-19 Fälle binnen sieben Tagen, wird von „epidemischer Ausbreitung“ gesprochen. Das öffentliche Leben wird zurückgefahren – wie am 20. März. Es kann Ausgangsbeschränkungen und eine umfassende Schließung von Einrichtungen für den Publikumsverkehr geben, ausgenommen davon sind Einrichtungen der Grundversorgung.

Corona-Ampel bei räumlich begrenztem Ausbruch

„Lässt sich ein größerer Corona-Ausbruch genau einem bestimmten räumlichen Cluster zuordnen, spielt die Neuinfektionszahl keine Rolle für das Ampelsystem“, so die neue Regelung. Entsprechend rigide Maßnahmen für die gesamte Dresdner Bevölkerung seien dann nicht erforderlich. Als Beispiel führt die Stadtverwaltung die aktuellen Ausbrüche in den Fleischfabriken in Baden-Württemberg oder Niedersachsen an. In diesen Fällen sei der Infektionsherd sehr klar eingegrenzt, so dass Maßnahmen nur begrenzt erfolgen müssen.

„Ich hoffe, dass die Ampel möglichst lange auf grün steht. Wir alle können dafür etwas tun“, betonte Gesundheitsbürgermeisterin Kaufmann und fügte hinzu. „Bitte halten Sie sich an die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen, die Hygieneregeln für Händewaschen, Husten, Niesen, Naseputzen und Händeschütteln. Tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung wo immer dies vorgeschrieben ist.“ Mit Rücksicht, Disziplin und Ausdauer könnten die Ausbreitung des Coronavirus verringert und Leben gerettet werden. Das würden die aktuellen Zahlen bestätigen.

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