Begegnungsstätte „Auftrieb“ in Pieschen ist seit 15 Jahren für Arbeitslose da

Seit 15 Jahren ist die Kontakt- und Begegnungsstätte für Arbeitslose „Auftrieb“ in Pieschen zu Hause, die ersten fünf Jahre an der Mohnstraße, danach an der Rehefelder Straße 16. Diesen Geburtstag möchten die Sozialarbeiterinnen Claudia Zippe, Céline Nawrat und Maxi Luise Kabella mit ihren Besuchern am 17. März coronakonform feiern. Von 10 bis 15 Uhr gibt es ein kleines Buffet. Einer schönen Tradition vom fünften und zehnten Geburtstag folgend, können die Besucher außerdem Luftballons mit Wünschen für das „Auftrieb“ steigen lassen.

„Da sich unsere Besucher nur einzeln am Buffet bedienen können, bitten wir um vorherige Anmeldung“, erklärt Claudia Zippe die erschwerten Bedingungen für die Geburtstagsfeier. Die 54-Jährige hat 2006 die Begegnungsstätte aufgebaut und ein Jahr lang 20 Stunden pro Woche allein betrieben.  „Mit Einführung von Hartz-IV waren die Kommunen verpflichtet, eine psychosoziale Betreuung für Arbeitslose zur Verfügung zu stellen, vor allen in den Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit“, erläutert sie. Mit dem „Auftrieb“ sei ein niedrigschwelliges Angebot für Betroffene entstanden. Viele Stammbesucher, meist Langzeitarbeitslose,  erhielten von Freunden und Bekannten den Tipp, sich im „Auftrieb“ Hilfe und Unterstützung zu holen. Mit der Zeit wuchs auch der Bedarf nach individueller Beratung. Inzwischen komplettieren die Sozialarbeiterinnen  Céline Nawrat und Maxi Luise Kabella das Team.

Begegnungen und Tagesstruktur

Von Beginn an gibt es monatlich regelmäßige Wanderungen und einmal in der Woche ein gemeinsames Frühstück. Andere Angebote wandelten sich je nach Interessen der Besucherinnen und Besucher. „Anfangs war das Bedürfnis, einfach in der Gruppe mit anderen Menschen zusammen zu sein, gemeinsam etwas zu unternehmen und miteinander zu reden, bei unseren Besuchern sehr groß“, erzählt Claudia Zippe. „Mit der Zeit wurde aber die psychosoziale Situation der Betroffenen schwieriger, sodass die individuelle Beratung einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Auch jetzt schätzen sie noch die Begegnungen in der Gruppe. Aber heute wird es von ihnen weniger selbst organisiert.“

Mit den Angeboten möchten die Sozialarbeiterinnen ihre Besucher aktivieren, aus dem Haus zu gehen und ihnen dabei helfen, eine eigene Tagesstruktur zu schaffen. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, die Menschen dem Arbeitsmarkt wieder näher zu bringen. Dabei sei es wichtig, Hemmnisse wie zum Beispiel eine fehlende Teamfähigkeit abzubauen. „Bei uns sind aber auch Freundschaften zwischen unseren Besuchern entstanden. Sie haben sich gegenseitig motiviert, nicht aufzugeben und treffen sich zum Teil weiterhin, obwohl sie inzwischen Arbeitsmöglichkeiten gefunden haben“, freut sich Claudia Zippe.

Ehrenamt für Alle

Im Januar 2020 startete außerdem das ESF-geförderte Projekt „Ehrenamt für Alle“. Die Sozialpädagoginnen Céline Nawrat und Maxi Luise Kabella haben eine Koordinierungsstelle aufgebaut. Noch bis Ende 2021 können sie Erwerbslose im Alter von 18 bis 65 Jahren aus dem Fördergebiet Pieschen bzw. Dresden-Nord, die sich gern gesellschaftlich engagieren möchten, in ein Ehrenamt vermittelt werden.

Zehn Jahre Malgruppe

Seit nunmehr zehn Jahren besteht die Malgruppe, die sich durch die Teilnehmenden weitestgehend selbst organisiert. Sobald Treffen in Gruppen wieder  möglich sind, soll das zehnjährige Bestehen mit einem kleinen Fest und einer Ausstellung gefeiert werden. Seit März können die Malfreunde nach Anmeldung zum Malen an einem gemeinsamen 0,85 mal 1,50 Meter großen Bild im „Auftrieb“ vorbeikommen. Auch dieses Gemeinschaftswerk soll in der Ausstellung gezeigt werden.

Aktuelle Angebote trotz Corona

Anlässlich des Welttags des Glücks am20. März können die Besucherinnen und Besucher  im Auftrieb eine Einwegkamera ausleihen und fotografieren, was sie glücklich macht. Die Bilder sollen später in einer Ausstellung gezeigt werden. Ebenfalls im März findet der Welt-Recycling-Tag (18. März) statt. Dafür hat sich das Team des „Auftrieb“ eine weitere Aktion ausgedacht. Die Besucherinnen und Besucher können sich entweder Recyclingmaterial abholen und daraus zu Hause etwas kreieren oder sie melden sich für einen Einzeltermin an und werden bei einer Tasse Kaffee und ein Plausch mit einer der Sozialarbeiterinnen kreativ.

Im Schaufenster des „Auftrieb“ finden Interessierte monatsaktuelle Aktionen, an denen sie sich nach Terminvereinbarung beteiligen können. Persönlich, telefonisch und per Email stehen die Mitarbeiterinnen auch in der Corona-Zeit für individuelle Beratungen zur Verfügung.

Service:

Kontakt- und Begegnungsstätte für Arbeitslose „Auftrieb“
Rehefelder Straße 16
Tel.: 0351 7952999
Email: auftrieb@drk-dresden.de

 

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