Kritik an Studie zur Elbquerung – genaue Betrachtung einer Fuß-Radbrücke fehlt

Eine genaue Prüfung der Fuß-Rad-Brücke als Elbquerung zwischen Pieschen und dem Ostragehege hat Martin Schulte-Wissermann, Stadtrat für die Piraten, gefordert. Die vorgelegte Grundlagenbetrachtung beschränke sich nur auf die Umweltbrücke für ÖPNV, Rad- und Fußweg und die Fährverbindung, kritisierte er. Der vom Stadtrat 2019 erteilte Prüfauftrag verlangte unter anderem eine Darstellung der Verkehrsflüsse für alle Varianten der Elbquerung. „Die Untersuchung für die Fuß-Rad-Brücke steht noch aus. Die will ich sehen“, sagte Schulte-Wissermann im Gespräch mit dem Onlinejournal Pieschen Aktuell.

Auswirkungen einer Fuß-Radbrücke:

  • Entfernung zwischen Ballhaus Watzke und Messe Gleisschleife: 556 Meter
  • 8 Minuten – zu Fuß
  • 3 Minuten – mit dem Rad
  • 14 Minuten über Flügelwegbrücke mit dem Pkw
  • 16 Minuten über Marienbrücke mit dem Pkw (alle Berechnungen – W. S.)

Die Fuß-Rad-Brücke sei aus seiner Sicht die einzige Möglichkeit, die Leipziger Straße und den Elberadweg verkehrlich zu entlasten und vor allem den Radfahrern eine Alternative anzubieten. Dies sei besonders wichtig, da für einen fahrradgerechten Ausbau der Leipziger Straße der Platz fehle und die Verbreiterung des Elberadweges an Naturschutzauflagen scheitere. „Da ist die Fuß-Rad-Brücke die beste Lösung“, zeigte sich der Stadtrat überzeugt. Der Mensch kalkuliere bei der Fortbewegung nach Effizienz und Komfort. Wenn er die Messe Dresden vom Ballhaus Watzke über eine Brücke in 8 Minuten erreichen kann, ohne ins Schwitzen zu kommen, sei das eine echte Alternative zum Auto. Mit dem Rad gehe das noch schneller.

Zustimmung zu den Forderungen des Piraten-Stadtrats kommt von den Grünen. „Eine Fuß- und Radverkehrsbrücke wäre ein besonderes Projekt extra für den umweltfreundlichen Radverkehr. Konstruiert zum Beispiel als Hängebrücke könnte eine attraktive Landmarke entstehen“, erklärte Ulrike Caspari, Sprecherin für Fuß-und Radverkehr der Grünen-Stadtratsfraktion. Ihre Partei habe sich im Wahlprogramm für die Rad-Fußbrücke über die Elbe ausgesprochen, weil sie den dichten Radverkehr auf dem Elberadweg auf der Pieschener Elbseite in Richtung Zentrum entlastet.  Gleichzeitig seien die Fördermöglichkeiten für den Neubau einer solchen Brücke optimal. Sie erfordere zudem weniger Eingriffe in die Umgebung und könnte auch schneller als eine Straßenbahnbrücke entstehen. Dies sollte noch untersucht werden, so Caspari. xxx

Für eine Fähre als beste Option für die Elbquerung zwischen Pieschen und dem Ostragehege hat sich dagegen die Pieschener Linke ausgesprochen. Dies scheint „auch langfristig das geeignete Mittel zu sein, um schnell, kostengünstig und mit dem geringsten Eingriff in die Natur der Elbwiesen eine Verbindung zwischen den aufstrebenden Stadtteilen Pieschen-Süd / Mickten und Friedrichstadt zu schaffen“, erklärte Linken-Stadtbezirksbeirätin Diana Kotte. Das habe man bereits im Programm zur Kommunalwahl 2019 gefordert. „Auch heute ist dies unsere bevorzugte Lösung“, so Kotte. Wichtig sei nun, frühzeitig die Bevölkerung in die Planung einzubeziehen und auch den Belangen des Naturschutzes an den Elbwiesen Rechnung zu tragen. Zudem, so Diana Kotte, wäre es zu begrüßen, wenn die Ergebnisse der Studie zeitnah im Stadtbezirksbeirat Pieschen dargestellt und öffentlich diskutiert werden könnten.

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